Praxisleitfaden
KI-Recherche prüfen: Quellen bewerten und Aussagen nachvollziehen
Eine ausführliche KI-Antwort ist noch kein Beleg. Gute Recherche verbindet eine klare Fragestellung mit überprüfbaren Quellen und zeigt offen, wo Informationen fehlen oder widersprüchlich sind.
Eine Frage formulieren, die sich überprüfen lässt
Grenze Thema, Zeitraum und Entscheidung ein. Statt „Welches KI-Modell ist das beste?“ frage beispielsweise nach Modellen für einen bestimmten Anwendungsfall, einem festgelegten Hardware-Rahmen und dem Stand zu einem konkreten Datum. Lege fest, ob du eine Übersicht, einen Vergleich oder eine Handlungsempfehlung brauchst.
Nenne wichtige Ausschlusskriterien und die gewünschte Sprache. Bitte bei aktuellen Themen ausdrücklich um aktuelle Recherche und Quellen. Bei einem Vergleich sollte die Antwort dieselben Kriterien auf alle Kandidaten anwenden, statt für jeden andere Vorzüge aufzuzählen. Der LXI KI-Chat unterstützt die Arbeit an Fragen, Texten und Rechercheaufgaben.
Quellen nach Nähe zur Aussage auswählen
Prüfe zuerst, ob eine Quelle die konkrete Behauptung wirklich belegt. Für eine Produkteigenschaft ist die Dokumentation des Herstellers hilfreich; für ein Forschungsergebnis die zugehörige Veröffentlichung. Eine Pressemitteilung kann zuverlässig zeigen, was ein Unternehmen angekündigt hat, ist aber nicht automatisch eine unabhängige Bewertung seiner Leistung.
Öffne die verlinkten Seiten. Vergleiche Veröffentlichungsdatum, gegebenenfalls Änderungsdatum und den Zeitpunkt des beschriebenen Ereignisses. Mehrere Artikel, die alle dieselbe Meldung abschreiben, sind keine voneinander unabhängigen Bestätigungen. Notiere den ursprünglichen Beleg und ergänze bei strittigen Fragen unterschiedliche Perspektiven.
Zahlen und Vergleiche auf gemeinsame Bedingungen prüfen
Achte bei Prozentwerten, Ranglisten und Benchmarks auf Testbedingungen, Versionen und Messmethoden. Ein Ergebnis kann für einen bestimmten Datensatz gelten, ohne die Leistung in deiner Anwendung abzubilden. Vergleiche keine Werte, deren Aufgaben, Einstellungen oder Bewertungsverfahren wesentlich voneinander abweichen.
Für deine Entscheidung ist ein kleiner eigener Test oft nützlicher als eine große Tabelle ohne Kontext. Definiere typische Aufgaben und bewerte die Ergebnisse nach vorher festgelegten Kriterien. Trenne veröffentlichte Messergebnisse von eigenen Beobachtungen und von Schätzungen. Fehlende Werte sollten als fehlend erkennbar bleiben.
Die Recherche-Checkliste vor dem Weitergeben
- Ist die ursprüngliche Frage beantwortet, einschließlich wichtiger Einschränkungen?
- Gibt es für zentrale Aussagen einen direkt passenden, erreichbaren Beleg?
- Sind Informationen aktuell genug für die konkrete Entscheidung?
- Werden Fakten, Interpretation und Empfehlung voneinander unterschieden?
- Sind Zahlen mit Einheit, Zeitraum und Vergleichsbedingungen angegeben?
- Werden Widersprüche erklärt, statt stillschweigend weggelassen?
- Bleiben Sprache und Fachbegriffe im gesamten Bericht konsistent?
- Ist erkennbar, welche Fragen offen bleiben?
Wenn ein Beleg nicht auffindbar ist, bitte um eine Korrektur mit überprüfbarer Quelle. Eine selbstbewusste Formulierung ist kein Grund, eine unbelegte Aussage zu übernehmen. Bei Entscheidungen mit hohen Folgen ist zusätzliche fachliche Prüfung erforderlich.
Aus Ergebnissen einen nachvollziehbaren Bericht machen
Strukturiere den Bericht mit Fragestellung, Vorgehen, Ergebnissen, Einordnung und Grenzen. Platziere Quellen möglichst nahe an der jeweiligen Aussage und ergänze ein einheitliches Quellenverzeichnis. Halte den Recherchezeitpunkt fest, damit Leser die Aktualität einschätzen können. Eine Zusammenfassung sollte dieselben Einschränkungen enthalten wie der Haupttext.
Ein formal gestaltetes Dokument ist nicht automatisch eine wissenschaftlich geprüfte Veröffentlichung. Überprüfe sämtliche Zitate, Zahlen und bibliografischen Angaben vor der Abgabe oder Veröffentlichung. Beachte dabei die Regeln der jeweiligen Institution zum Einsatz von KI. Für Recherche in internen Unternehmensdokumenten gelten zusätzlich die vereinbarten Zugriffs- und Datenschutzregeln; mehr dazu im Private-AI-Leitfaden.